Sozialer Wohnungsbau im Freistaat Thüringen – eine Frage der sozialen Gerechtigkeit
Soziale Gerechtigkeit ist untrennbar mit sozialem Wohnungsbau verbunden. Sozialer Wohnungsbau hat für die Landesregierung klare politische Priorität. Gutes und bezahlbares Wohnen ist ein Grundbedürfnis, das unabhängig vom Einkommen oder vom Wohnort gewährleistet sein muss. Die Bürgerinnen und Bürger sollen in allen Landesteilen Thüringens gute, bedarfsgerechte und bezahlbare Wohnungen finden können. Die Bereitstellung von angemessenem Wohnraum zu bezahlbaren Mieten ist essentiell für Lebensqualität und Standortattraktivität.
Auf dieser Seite möchten wir Ihnen mit Zahlen und Fakten einen Überblick über die soziale Wohnraumförderung in Thüringen geben.
-
Unterschiedlicher Bedarf in Stadt und Land
In Thüringen sind hierbei unterschiedliche Problemlagen und Bedarfe in Stadt und Land feststellbar. Der größte Bedarf an (Sozial-)Wohnungen besteht in den Städten Jena, Erfurt und Weimar. In den übrigen Regionen Thüringens ist der quantitative Wohnungsbedarf deutlich geringer. Dort besteht vielmehr die Notwendigkeit, den vorhandenen Wohnraum an die sich ändernden Bedürfnisse anzupassen, z.B. Barrierefreiheit zu schaffen und energetische Modernisierung zu ermöglichen, sowie langfristig ungenutzte Grundstücke oder Gebäude zu Wohnzwecken wiederherzurichten und zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung zu stellen. Auf diese unterschiedlichen Entwicklungen in den Städten und ländlichen Regionen muss die Landespolitik mit passenden Instrumenten reagieren.
-
Wohnraumförderung bedeutet Weiterentwicklung
Daher ist die Wohnraumförderung in Thüringen nicht starr, sondern wird ständig weiterentwickelt. Wir passen die Instrumente und Programme an die Entwicklungen, Gegebenheiten und aktuellen Bedarfe an. Hierzu sind wir im ständigen Austausch mit den Akteur:innen der Wohnungswirtschaft und weiterer Interessensgruppen.
-
Investitionen in Mietwohnungsneubau seit 2016 kontinuierlich erhöht
Die rückläufige Zahl der belegungsgebundenen Sozialwohnungen ist ein bundesweites Problem, in dessen Sog auch Thüringen in den vergangenen Jahren geraten ist. Immer noch fallen mehr Sozialwohnungen aus der Belegungsbindung, als neu gebaut werden können. Klares Ziel der Landesregierung ist, gegen diese Entwicklung anzusteuern und die Zahl der belegungsgebundenen Sozialwohnungen wieder zu erhöhen. Aufgrund der Bedeutung des sozialen Wohnungsbaus hat die rot-rot-grüne Landesregierung ab 2017/2018 wieder verstärkt Investitionen v.a. im Mietwohnungsneubau vorgenommen. Ab 2016 wurden die jährlich investierten Summen in den Mietwohnungsneubau und die damit umgesetzten Vorhaben kontinuierlich erhöht bzw. wurden auf hohem Niveau gehalten. Obwohl die Voraussetzungen für den (sozialen) Wohnungsbau derzeit nicht einfach sind, setzt die Thüringer Landesregierung alles daran, den aktuell hohen Stand investierter Fördersummen und jährlich neu gebauter Wohnungen zu halten bzw. weiter auszubauen.
Neues Regelwerk für soziale Wohnungsbauförderung
Richtlinie zur Förderung des bezahlbaren Wohnens im Freistaat Thüringen für die Programmjahre 2023 bis 2025
Trotz und gerade wegen der aktuellen Entwicklungen in der Baubranche ist das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft bestrebt, Bauwillige im sozialen Mietwohnungsbau im Rahmen der Wohnungsbauförderrichtlinie gut zu unterstützen. Eine Kompensation durch höhere Mieten sollte und kann nicht das Mittel der Wahl sein.
Seit dem Programmjahr 2023 arbeitet der Freistaat mit einer neu aufgesetzten Wohnungsbauförderrichtlinie. Die unterschiedlichen Bedarfe und Entwicklungsperspektiven der großen Städte in Thüringen einerseits und des ländlichen Raums andererseits werden bei der Wohnungsbauförderung des Freistaats nun differenziert berücksichtigt.
Mit der neuen Richtlinie fördert der Freistaat weiter verlässlich den Mietwohnungsneubau, setzt aber verstärkt auf Maßnahmen zur Modernisierung und Umnutzung von Gebäuden und Wohnraum und damit auf ressourcensparendes Bauen im Bestand. Gemeinschaftliche, generationsübergreifende und altersgerechte Wohnformen sowie Vorhaben von gemeinwohlorientierten Trägern werden nun stärker berücksichtigt. Neben bisher bekannten Zuschüssen für Energieeffizienz, Barrierefreiheit und eine verlängerte Belegungsbindung gibt es weitere Zuschüsse für ökologisch nachhaltiges Bauen oder die Aufwertung von Ortskernen. Berücksichtigt werden auch architektonisch, städtebaulich oder gebäudebedingte Mehrkosten für Bauherren sozialer Wohnungsbauprojekte.
Die überarbeitete Thüringer Wohnungsbauförderrichtlinie ist im Vergleich zum vormaligen Regelwerk deutlich verschlankt. Ziel ist es, das Förderverfahren insgesamt zu beschleunigen.

Mehr zum Thema Wohnungsbau
Medieninformationen
-
Medieninformation„Kapitalismus mit menschlichem Antlitz“ I Zum 125. Jubiläum der Wohnungsbaugenossenschaft Südharz hält Bauminister Steffen Schütz die Festrede
Minister Schütz: „Die Wohnungsgenossenschaft (WBG) Südharz und die weiteren über 100 Thüringer Wohnungsbaugenossenschaften sind unverzichtbarer Bestandteil unserer Wohnungslandschaft. Sie stehen für bezahlbares Wohnen, für Sicherheit und Verlässlichkeit, für Solidarität, Mitbestimmung und für langfristige Verantwortung. Mit Blick auf die geradezu absurde Mietersituation in Großstädten wie Berlin zeigt sich, Wohnungsgenossenschaften bieten eine faire Marktwirtschaft, die alle einbezieht, bieten einen ‚Kapitalismus mit menschlichem Antlitz‘.“ Die Landesregierung fördert Wohnungsbaugenossenschaften mit erheblichen Mitteln, zum Beispiel mit vergünstigten Darlehen. zur Detailseite
-
MedieninformationMinister Steffen Schütz: „Wir investieren mit dem Doppelhaushalt in ÖPNV, Schulen und Digitalisierung“
„Mit dem Doppelhaushalt investieren wir mehr Mittel in einen fahrgastfreundlichen ÖPNV, in moderne Schulen und in bürgernahe, digitalisierte Verwaltungsleistungen“, sagt Minister Steffen Schütz. zur Detailseite
-
MedieninformationMietwucher ausgebremst: Landesregierung verlängert Mietpreisbremse in Erfurt und Jena bis 2027
Das Thüringer Kabinett hat heute (09.12.) einer Verlängerung der Mietpreisbremse bis 2027 in den Städten Erfurt und Jena zugestimmt. „Noch immer finden viele Menschen in Erfurt und Jena keine Wohnung, die ihren Einkommensverhältnissen entspricht. Die Mietpreisbremse trägt dazu bei, dass Menschen mit geringem Einkommen, vor allem Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Senioren sich ihre Wohnungen weiterhin leisten können und auf dem Wohnungsmarkt bessere Chancen haben“, sagt Minister Steffen Schütz. zur Detailseite
Neubau von Sozialwohnungen in Thüringen 1991–2022
Blau dargestellt sehen Sie die Darlehen, dunkelgrün die Zuschüsse, die für den Neubau von Sozialwohnungen im jeweiligen Jahr aufgebracht wurden. Dazu im Zusammenhang ist in hellgrün die Anzahl der neugebauten Wohnungen dargestellt.
-
Modernisierung von Sozialwohnungen
Zwischen 1990 und 2004 wurde der Großteil der bestehenden Sozialwohnungen (etwa 130.000 Wohneinheiten) modernisiert. Auch nach 2005 investierte der Freistaat Thüringen weitere 190 Millionen Euro in die Sanierung von Wohnraum. Mit diesen Fördermitteln wurden zwischen 2005 und 2022 weitere 13.700 Wohnungen saniert.
Ausgewählte Projekte des sozialen Wohnungsbaus in Thüringen
-
Neubau „Soziales Zentrum“ im Wiesenweg
15 Sozialwohnungen, 2 freifinanzierte Wohnungen und 2 Gewerbeeinheiten
Baudarlehen:
2.412.900 €
Baukostenzuschuss:
556.800 €
Tilgungszuschuss:
425.100 €
Fertigstellung:
August 2022
Bauherr:
Erneuerbare Energien Unterbreizbach GmbH (EEUG)
vergrößerte Ansicht
Außenansicht des Neubaus in Unterbreizbach -
Konrad-Martin-Straße 6-16
48 barrierereduzierte Wohnungen
Bauzeit
2020
Bauherrin:
Wohnungsbau- und Verwaltungs- GmbH Leinefelde
Tom-Mutters-Straße 1&3
25 barrierefreie Wohnungen
Baudarlehen:
2.425.100 €
Baukostenzuschuss:
559.600 €
Bauzeit
2022
Bauherrin:
Wohnungsbau- und Verwaltungs- GmbH Leinefelde
vergrößerte Ansicht
Konrad-Martin-Straße 6-16 in Leinefelde-Worbis | Foto: Wohnungsbau- und Verwaltungs- GmbH Leinefelde -
Birkenweg 16
25 barrierefreie Wohnungen
Baudarlehen:
2.163.200 €
Baukostenzuschuss:
499.200 €
Fertigstellung:
in Bau
Bauherrin:
WBL Wohnungsbaugesellschaft Bad Langensalza mbH
vergrößerte Ansicht
Grundrisse des geplanten Neubaus | Foto: D. Santana (TMIL) -
„WBGreen One“
14 Sozialwohnungen, davon 11 barrierereduziert und 2 barrierefrei
Baudarlehen:
2.870.500 €
Baukostenzuschuss:
662.400 €
Tilgungszuschuss:
696.469 €
Fertigstellung:
Mai 2022
Bauherr:
WBG Südharz
vergrößerte Ansicht
Außenansicht des WBGreenOne mit Fassadenbegrünung -
Albert-Kuntz-Straße 11
18 barrierefreie Wohnungen
Baudarlehen:
2.154.900 €
Baukostenzuschuss:
325.300 €
Fertigstellung:
voraussichtlich Oktober 2023
Bauherrin:
Wohnungsgenossenschaft „Glückauf“ eG
Borntalstraße 2, 4 und 6
19 barrierefreie Wohnungen
Baudarlehen:
2.413.400 €
Baukostenzuschuss:
325.700 €
Baubeginn
voraussichtlich September 2023
Bauherrin:
Wohnungsgenossenschaft „Glückauf“ eG
vergrößerte Ansicht
Ansicht der Baustelle in der Borntalstraße in Sondershausen von Mitte November 2023 | Foto: WBG Glückauf -
Justus-Jonas-Straße
10 Sozialwohnungen, davon 6 barrierefrei
Baudarlehen:
1.900.000 €
Tilgungszuschuss:
293.100 €
Baubeginn:
2024
Bauherrin:
Kommunaler Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft Stadt Eisfeld
vergrößerte Ansicht
Ministerin Karawanskij überreicht den symbolischen Scheck über die Fördersumme von 1.900.000 Euro an die Wohnungswirtschaft der Stadt Eisfeld | Foto: D. Santana (TMIL) -
„Schortehof“
39 Sozialwohnungen, davon 33 barrierereduziert und 6 barrierefrei
Baudarlehen:
5.401.500 €
Baukostenzuschuss:
1.246.500 €
Tilgungszuschuss:
1.350.400 €
Baubeginn:
Herbst 2023
Bauherrin:
WBG Ilmenau/Thüringen e.G.
vergrößerte Ansicht
Visualisierung des Entwurfs | Quelle: Erfurt & Partner GmbH -
An der Weiße & Töpfergasse
122 Sozialwohnungen, davon 92 barrierereduziert und 4 barrierefrei
in fünf TeilprojektenBaudarlehen:
11.942.700€
Baukostenzuschuss:
2.407.100 €
Bauherr:
WBG der Stadt Arnstadt
vergrößerte Ansicht
Übergabe eines fertiggestellten Blocks im Jahr 2019 | Foto: TMIL -
Europa-Karree I und II
97 Sozialwohnungen, davon 91 barrierereduziert und 6 barrierefrei
Baudarlehen:
13.800.000 €
Baukostenzuschuss:
3.100.000 €
Bauherr:
Teimei GmbH & Co. KG
vergrößerte Ansicht
Staatssekretär Weil bei der Bescheidübergabe im November 2021 | Foto: P. Mauf (TMIL) -
Wohnanlage am Erfurter Ringelberg
25 barrierefrei Sozialwohnungen
Baudarlehen:
3.644.000 €
Baukostenzuschuss:
841.000 €
Tilgungszuschuss:
911.000 €
Bauherr:
Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG)
-
Paul-Klee-Siedlung
26 Sozialwohnungen, davon 16 barrierereduziert
Baudarlehen:
3.458.000 €
Baukostenzuschuss:
754.300 €
Bauherr:
Weimarer Wohnstätte GmbH
vergrößerte Ansicht
Drohnenaufnahme der Paul-Klee-Siedlung in Weimar | Foto: Johannes Krey, JKFotografie & TV -
Mehrgenerationenhaus und Tagespflege Kaulsdorf
31 Sozialwohnungen
Baudarlehen:
2.604.000 €
Baukostenzuschuss:
325.500 €
Tilgungszuschuss:
530.400 €
Bauherr:
AWO Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt e.V.
vergrößerte Ansicht
Foto: AWO Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt e.V. -
„Erlenhöfe“
128 Sozialwohnungen, davon 109 barrierereduziert und 8 barrierefrei
Baudarlehen:
25.100.400 €
Baukostenzuschuss:
5.792.400 €
Tilgungszuschuss:
8.548.400 €
Fertigstellung:
2024
Bauherr:
Wohnungsgenossenschaft "Carl Zeiss" eG
vergrößerte Ansicht
Foto: WG Carl Zeiss Jena -
Salvador-Allende-Platz
292 Sozialwohnungen, davon 54 barrierereduziert
Baudarlehen:
31.816.700 €
Tilgungszuschuss:
5.625.500 €
Fertigstellung:
2027
Bauherr:
jenawohnen GmbH
vergrößerte Ansicht
Foto: TMIL / D. Santana -
„Alte Schule“
19 Apartments in zwei betreuten Wohngemeinschaften und 8 barrierefreie Wohnungen
Baudarlehen:
2.200.000 €
Baukostenzuschuss:
647.000 €
Tilgungszuschuss:
€
Fertigstellung:
2022
Bauherr:
AWO Pößneck
vergrößerte Ansicht
Innenansicht eines der Apartments | Foto: TSK -
Rudolstädter Straße Gera-Lusan
45 Sozialwohnungen, davon 43 barrierereduziert und 2 barrierefrei
Baudarlehen:
4.229.000 €
Baukostenzuschuss:
578.000 €
Fertigstellung:
2019
Bauherr:
Wohnungsbaugesellschaft Union Gera eG
vergrößerte Ansicht
Foto: TMIL
Die Liste wird fortgesetzt.
Diese Seite teilen
Weitere Werkzeuge



