
Schienenverkehr
Das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs bildet vor allem der Schienenpersonennahverkehr (SPNV). Hierfür ist das Land als Aufgabenträger für die Bestellung der Verkehrsleistung verantwortlich. Ein über 1500 km langes Schienennetz wird in enger Abstimmung mit den Eisenbahninfrastrukturunternehmen vorgehalten.
Von den Verkehrsprojekten Deutsche Einheit (VDE) auf der Schiene ist die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Berlin über Erfurt nach München als Bestandteil des Transeuropäischen Netzes Berlin - Erfurt - München – Rom von größter Bedeutung.
Ziel ist nun den SPNV in Thüringen - inklusive der Bahnhöfe und Haltepunkte – mit den Verknüpfungen innerhalb des öffentlichen Verkehrs und dem Individualverkehren zu koordinieren.
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Schieneninfrastruktur
Das vertaktete Eisenbahnnetz Thüringens umfasst gegenwärtig 1.509 km, davon sind 515 km dem Fern- und Ballungsnetz zugeordnet. Schienenpersonenfernverkehr wird auf 515 km, d. h. den beiden Eisenbahnmagistralen Bebra – Erfurt – Naumburg und Probstzella – Jena – Naumburg (Saalebahn) realisiert. Schienenpersonennahverkehr wird auf 748 km betrieben.
Masterplan Schieneninfrastruktur 2030
Wichtigstes Ziel ist Klimaschutz mit sozialer Verantwortung. Eine effektive Reduktion von CO2 ist nur mit einer klimafreundlichen und sozial gerechten Mobilitätswende zu erreichen. Neben einer attraktiven Preisgestaltung bedarf es primär eines gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehrs - in der Stadt und auf dem Land. ÖPNV soll ausgebaut, klimaneutral gestaltet und die Nutzerzahlen bis 2030 verdoppelt werden. Der Masterplan Schieneninfrastruktur gibt die notwendigen Handlungsempfehlungen und schlägt einen politischen Umsetzungsprozess vor.
Die wichtigsten Ziele sind, das Streckennetz weiter zu elektrifizieren und auszubauen, um es leistungsfähiger zu machen. Zudem sollen Bahnsteige verlängert, Verkehrsstationen modernisiert und barrierefrei umgebaut sowie die Digitalisierung vorangebracht werden. Ein wichtiger Erfolgsfaktor für Verkehrswende ist zudem der Ausbau des Schienengüterverkehrs. Im Masterplan werden zukunftsfähige Projekte zur Verlagerung von Gütern auf die Schiene identifiziert, die von der Landesregierung unterstützt werden können.
Gutachten für die Reaktivierung von stillgelegten Eisenbahnstrecken in Thüringen
Vor dem Hintergrund des gestiegenen Bewusstseins für Themen des Umwelt- und Klimaschutzes und zur Erreichung der Klimaziele ist die Reaktivierung von Eisenbahnstrecken verstärkt in den Fokus der politischen und öffentlichen Diskussion gerückt. Damit soll ein wirksamer Beitrag zur angestrebten Verkehrswende geleistet werden. Die Thüringer Landesregierung bekennt sich im Koalitionsvertrag zur Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken für den Personen- und Güterverkehr.
Ziel des vorliegenden Gutachtens ist die systematische und methodische Bewertung möglicher Infrastrukturertüchtigungen, Lückenschlüsse und Reaktivierungen von acht Eisenbahnstrecken im Freistaat Thüringen. Dabei werden neben dem Schienenpersonenverkehr auch die Potenziale für den Schienengüterverkehr betrachtet. Bestandteil und wesentlicher Inhalt der Studie ist eine einheitliche Erstbewertung der untersuchten Strecken nach Machbarkeit, Aufwand und Bedarf auf der Basis vergleichbarer Parameter.
Zuständigkeiten und Finanzierung
Gemäß Art. 87e Abs. 4 Grundgesetz liegt die Vorhaltung der Schienenwege originär in der Zuständigkeit des Bundes. Dieser hat zu gewährleisten, dass dem Wohl der Allgemeinheit, insbesondere den Verkehrsbedürfnissen, bei Ausbau und Erhalt des Schienennetzes der Eisenbahnen des Bundes, also der DB AG mit ihren Infrastrukturunternehmen (DB Netz AG, DB Station & Service AG und DB Energie GmbH) Rechnung getragen wird.
Die Finanzierung der Investitions- und Instandhaltungserfordernisse erfolgt auf der Grundlage des Bundesschienenwegeausbaugesetzes (BSchwaG). Die wesentlichen Investitionsprojekte enthält der Bedarfsplan für die Bundesschienenwege (Anlage 1 BSchwaG). Die Einordnung von Erstatzinvestitionen außerhalb des Bedarfplans ist seit 2009 durch die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) zwischen Bund und Bahn geregelt. Hierfür stellt der Bund einen jährlichen Infrastrukurbeitrag zur Verfügung. Die Instandhaltung der Schienenwege obliegt den Infrastrukturunternehmen der DB AG.
Der Freistaat unterstützt Investitionen in die Schienenwege entsprechend den konzeptionellen Leitlinien des NVP im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten.
Von den Verkehrsprojekten Deutsche Einheit (VDE) auf der Schiene ist das VDE 8 für den Freistaat von überragender Bedeutung. Diese Hochgeschwindigkeitsstrecke von Berlin über Erfurt nach Nürnberg soll 2017 in Betrieb genommen werden und ist Bestandteil des Transeuropäischen Netzes im Verlauf der Magistrale Berlin – Erfurt – München – Rom – Palermo.
Bahnhöfe und Haltepunkte
An Bahnhöfen und Haltepunkten erfolgt der Zugang zum Eisenbahnverkehr. Außerdem sind sie systembedingt die Orte, an denen die Verknüpfungen innerhalb des öffentlichen Verkehrs aber auch zwischen dem Eisenbahnverkehr und dem Individualverkehren erfolgt. Die Zugangsstellen zum Eisenbahnfernverkehr wurden in den letzten Jahren umfangreich saniert und entsprechen den Erfordernissen.
Mängel an den Bahnhöfen bzw. Haltepunkten führen dazu, dass potenzielle Kunden von der Nutzung der Bahn abgehalten werden.
Bahnhöfe und Haltepunkte in Thüringen sollen daher:
- ein angenehmes Äußeres aufweisen und komfortabel sein (Sauberkeit, Wetterschutz, Treppenführung etc.),
- ein Sicherheitsgefühl bei den Kunden gewährleisten (Beleuchtung, Überwachungskameras, Notrufsäulen etc.),
- sämtliche relevanten Informationen bereitstellen (Aushänge, Wegweiser, Personal etc.),
- die Verknüpfung gebrochener Mobilitätsketten unterstützen (Park+Ride-, Kiss+Ride- und Bike+Ride-Möglichkeiten sowie Zusammenführung von SPNV- und StPNV-Halten) und
- im Sinne einer barrierefreien Mobilität gestaltet sein (Aufzüge, Rampen).
Folgende vom SPNV genutzte Zugangsstellen gibt es derzeit in Thüringen:
|
Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EUIs) |
Zugangsstellen |
|---|---|
|
DB Station & Service AG |
310 |
|
Schmalspurbahnen GmbH |
12 |
|
Thüringer Eisenbahn GmbH |
2 |
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Schienenfernverkehr
Mit der Eröffnung der Neubaustrecke von berlin nach München im Dezember 2016 ist Erfurt in die Mitte Deutschlands gerückt.
Erfurt soll bis 2026 mit einem ICE-Halbstundentakt an den bundesweiten Fernverkehr durch die Deutsche Bahn angebunden werden.
In Thüringen werden derzeit alle Fernverkehrsleistungen durch die DB Fernverkehrs AG erbracht.
Von Erfurt aus erreicht man wichtige Eisenbahnknoten Deutschlands - Frankfurt/M., Berlin, Düsseldorf, Leipzig und Dresden - direkt und ohne Umsteigen.
Die Verbindungen werden überwiegend im Ein- oder Zweistunden-Takt bedient und haben z.B. in Frankfurt a. M. Anschluss an den internationalen Luftverkehr.
Weitere wichtige kulturelle und wirtschaftliche Zentren wie München, Berlin, Hannover und Stuttgart können mit einmaligem Umsteigen im Taktverkehr erreicht werden.
Dank einer modernen Fahrzeugeflotte und ausgebauter Strecken haben sich die Reisezeiten zum Teil erheblich verkürzt.
Jede Reise mit den Fernreisezügen ist ein aktiver Beitrag auf dem Weg zur Klimaneutralität – unter anderem durch einen Ökostromanteil von 100 Prozent, die Investition in immer mehr moderne und energieeffiziente Züge sowie CO₂-neutrale Instandhaltung in einer wachsenden Zahl von Werken.
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Weiterführende Links

Schienengüterverkehr
Um den trotz der aktuellen Wirtschaftskrise erwarteten Verkehrsinfarkt auf der Straße zu vermeiden, setzt der Freistaat auch im Güterverkehr auf ein integriertes Verkehrskonzept, bei dem die verschiedenen Verkehrsmittel effizient miteinander verknüpft werden. Der Verkehrsträger Schiene muss dabei einen größeren Anteil des Wachstums übernehmen. Eine wesentliche Vorraussetzung sind die bisher getätigten Investitionen in die Schieneninfrastruktur in Thüringen sowie die zukünftigen Neu- und Ausbaumaßnahmen (z. B. VDE 8).
Ein Weg, Güter auf die Schiene zu verlagern, ist der Kombinierte Verkehr. Dabei wird eine kurze Strecke vom Versender zum Bahn-Terminal per Lkw zurückgelegt. Dort werden die Ladeeinheiten (Container oder Lkw-Sattelanhänger) – in der Regel per Kran – auf Eisenbahnwagen verladen. Den Großteil der Strecke sind die Güter so auf der Schiene unterwegs. Am anderen Ende der Transportkette werden die Ladeeinheiten für die letzten Meilen wieder auf den Lkw verladen. Der Kombinierte Verkehr ist das Segment im Schienengüterverkehr, das am stärksten wächst. Die Lkw-Kolonnen auf den Autobahnen zeigen jedoch, dass das Potenzial zur Verlagerung von Lkw-Fernverkehren auf die Schiene bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist.
Eine wichtige Bedeutung nehmen in diesem Prozess die Güterverkehrszentren (GVZ) und der kombinierte Verkehr ein. Vor allem im Güterferntransport hat die Schiene Chancen, mit dem Straßengüterverkehr erfolgreich zu kooperieren und wieder mehr Anteile am Güterverkehrsmarkt zu erringen. Zur Unterstützung dessen wurde das GVZ Thüringen entwickelt. Der Standort ist günstig gewählt und unmittelbarer Nähe zur Landeshauptstadt und der wichtigsten Straßen- und Schienenverbindungen einschließlich der geplanten Neubaustrecke VDE 8.1 und 8.2 als transeuropäische Hochgeschwindigkeitstrasse, die zukünftig für den schnellen Güterverkehr von Süd- bzw. Südosteuropa durch die neuen Bundesländer nach Skandinavien zur Verfügung stehen wird.
Der Schienengüterverkehr rechnet sich besonders auf langen Strecken. Dementsprechend gilt es auch hier durch die EU und die Landesregierungen Hürden für den grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr abzubauen. Häufig müssen an der Grenze zwischen EU-Ländern Lokführer und Lokomotiven ausgetauscht werden. Für die Lokführer gelten in vielen Ländern unterschiedliche Standards und Voraussetzungen. So werden z. B. Sprachkenntnisse des Landes vorausgesetzt, das Durchfahren werden soll. Diese Anforderungen gibt es für Lkw-Fahrer nicht. Das verlangsamt den grenzüberschreitenden Gütertransport auf der Schiene und macht ihn unnötig kompliziert und teurer.
Auch das Schienennetz ist weiter auszubauen, damit der grenzüberschreitende europäische Schienenverkehr wachsen kann. Auch die Elektrifizierung von Nebenstrecken – gerade im Osten Deutschlands – muss dringend vorangetrieben werden, wollen wir es schaffen, dass weniger Lkws durch Deutschland fahren.
Die Politik kann im Güterverkehr nur die investitions- und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen gestalten, während die Verkehrsunternehmen für die Gewährleistung moderner, kundengerechter Dienstleistungen verantwortlich sind.
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Weiterführende Links (Kopie 1)

Medieninformationen Schienenverkehr
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MedieninformationRailHub Finder“ - zukunftsweisende Lösung für digitale Infrastrukturvisualisierung auf europäischer Ebene
Mit dem „RailHub Finder“ ist ab sofort ein neues kostenfreies Kartenmodul verfügbar, das erstmals die Möglichkeit bietet, Verkehrsknotenpunkte und Infrastrukturinformationen europaweit digital und interaktiv zu erkunden. Entwickelt mit der Unterstützung des Thüringer Ministeriums für Digitales und Infrastruktur (TMDI), ist der „RailHub Finder“ die erste Anwendung, die auf Basis des Masterportals in einem europaweiten Kontext umgesetzt wurde. zur Detailseite
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MedieninformationNeuer Fahrplan 2026: Mehr Angebote und bessere Verbindungen bei Bus und Bahn
Der neue Fahrplan für Regional- und Fernverkehr tritt am 14. Dezember 2025 in Kraft und bringt zahlreiche Verbesserungen für Reisende in Thüringen. Aufgrund deutschlandweiter Anpassungen im Fernverkehr und mehrerer Betriebsaufnahmen im mitteldeutschen Raum ergeben sich insbesondere für den Norden und Osten Thüringens deutlich erweiterte und zuverlässigere Angebote. „Mit neuen Verbindungen auf Schiene und Straße sowie mehr Zügen und Bussen erweitern wir für die Fahrgäste im neuen Fahrplan 2026 das Reiseangebot im Nahverkehr. Die Deutsche Bahn setzt ihr Programm zur Modernisierung der Gleise und Stellwerke fort, so dass auch 2026 Geduld gefragt sein wird. Wir haben bei den Verkehrsunternehmen gute Schienenersatz-Konzepte und Fahrgastinformationen eingefordert, um Streckenstörungen durch Baustellen möglichst gut aufzufangen“, sagt Minister Steffen Schütz. zur Detailseite
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MedieninformationSommertour 2025 „Sie bestimmen wo's lang geht“ – Minister Steffen Schütz auf Sommertour 2025 – vom 4. bis zum 8. August 2025
Fünf Tage lang reist Infrastrukturminister Steffen Schütz durch Thüringen und trifft sich mit Menschen vor Ort. Unter dem Motto „Sie bestimmen wo's lang geht“ werden die Situation des ÖPNV, Bürgerbusse, Schulbau und Radwege, Digitalisierung, Stadtentwicklung, Wohnungsbau und vieles weitere besprochen. Ziel ist es, mit den Menschen vor Ort konkrete Ideen für spürbare Verbesserungen zu entwickeln. zur Detailseite
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