Nach einer europaweiten Ausschreibung hat der Freistaat Thüringen auf der Schwarzatalbahn Rottenbach – Katzhütte der DB RegioNetz Verkehrs GmbH in dieser Woche den Zuschlag erteilt. Der neue Vertrag gilt für acht Jahre und zwar für den Zeitraum von Dezember 2023 bis Dezember 2031. Dies wurde durch die dreijährige Verlängerungsoption des grundsätzlich für fünf Jahre ausgeschriebenen Verkehrsvertrags ermöglicht. Damit bleibt den Fahrgästen das hochgeschätzte, auch über den SPNV hinaus engagierte und in der Region verwurzelte Eisenbahnverkehrsunternehmen erhalten.
Das Fahrplanangebot mit dem attraktiven, täglichen Stundentakt und den bewährten Anschlüssen in Rottenbach in Richtung Erfurt und Saalfeld bleibt unverändert. So können auch die Gäste der Thüringer Bergbahn ihre Anreise nach Obstfelderschmiede weiterhin mit dem SPNV planen. Der Leistungsumfang des neuen Verkehrsvertrags beträgt rund 275.000 Fahrplankilometer pro Jahr.
Künftig wird auf der Strecke alternativer Kraftstoff vom Typ HVO 100 anstelle herkömmlichen Dieselkraftstoffs eingesetzt. Der im April dieses Jahres von der DB RegioNetz Verkehrs GmbH gestartete Modellversuch wird somit dauerhaft vom Land bestellt und verstetigt. Die Mehrkosten werden ab 10. Dezember 2023 im Rahmen des neuen Verkehrsvertrages vom Freistaat Thüringen übernommen. Durch den Einsatz von Hydrotreated Vegetable Oil (Hydrierte Pflanzenöle, HVO) werden ca. 90 Prozent der CO2-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichem Dieselkraftstoff eingespart. Es besteht dabei keine Konkurrenz zur Nahrungsmittel- und Futtermittelherstellung, da HVO 100 vollständig aus umgewandelten, biologischen Rest- und Abfallstoffen besteht und frei von Palmöl ist.
„Der Ersatz von Dieselfahrzeugen durch alternativ angetriebene Fahrzeuge auf der Schiene ist ein wichtiges Ziel der Thüringer Verkehrspolitik. Unsere Dekarbonisierungsstrategie sieht vor, bis Mitte der 2030-er Jahre nahezu alle Netze auf klimafreundliche Antriebe umzustellen. Der Einsatz des alternativen Kraftstoffs HVO 100 auf der Schwarztalbahn bildet den Auftakt für viele weitere Maßnahmen, um den ohnehin klimafreundlichen SPNV noch klimafreundlicher zu gestalten“, so Ministerin Karawanskij.

