„Historische Gebäude wie das Inspektorhaus und damit verbundene Erinnerungen an prägende Persönlichkeiten zu erhalten und für die nächsten Generationen erlebbar zu machen, sind ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur. Ich freue mich sehr, dass das hier in hervorragender Weise gelungen ist“, so Staatssekretär Torsten Weil. „Das Goethe-Laboratorium soll sich als universitärer Ort entwickeln, der – ganz im Sinne Goethes – Geistes- und Naturwissenschaften in Wechselwirkung bringt. Zudem wird das Institut für Ökologie und Evolution der Friedrich-Schiller-Universität im sanierten Inspektorhaus wieder seine Arbeit aufnehmen“, so Staatssekretär Torsten Weil.
„Das Goethe-Laboratorium schafft optimale Voraussetzungen für Forschung und Lehre, die die interdisziplinäre Tradition Goethes fortführen. Damit das gelingt, braucht es auch die entsprechende Ausrüstung. Gerne hat das Thüringer Wissenschaftsministerium daher die Beschaffung der Ersteinrichtung des Inspektorhauses mit 183.000 Euro aus Landesmitteln gefördert – überzeugt davon, dass dieses Geld gut investiert ist“, sagt Thüringens Wissenschaftsstaatsekretär Carsten Feller.
„Die neue Daueraustellung ist nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern zeigt auch an einem historischen Beispiel wie man in der Wissenschaft zu neuen Erkenntnissen gelangt. Wir danken dem Land für sein Engagement, sowie den Freunden und Förderern der Universität Jena, Jenoptik und Karl von der Heyden und seiner Frau Marry-Ellen für die Unterstützung der Ausstellung“, sagt Georg Pohnert, der als vorläufiger Leiter der Universität vorsteht.
Bereits im Februar 2024 wurde die Sanierung des Inspektorhauses durch das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr abgeschlossen und das Gebäude an die Friedrich-Schiller-Universität übergeben. Im Zuge der Sanierungsarbeiten mussten unter anderem massive Schäden an der Tragkonstruktion des Inspektorhauses beseitigt werden. Zudem wurden alle Schwellen des Holzfachwerkes ausgetauscht sowie der Außenputz erneuert. Diebstahl, Waschbärschäden, Insolvenzen, Kellerschwammbefall und Lieferengpässe während der Corona-Pandemie führten zu einer Bauzeitverlängerung. Außerdem verursachten die schlechte Bausubstanz, fehlende Tragfähigkeit von Gebäudeteilen und massive Preissteigerungen Mehrkosten von zusätzlich rund 2,1 Mio. Euro.
Geschichte des Inspektorhauses:
Im Jahre 1586 wurde ein kleiner Medizinergarten gegründet, aus dem der spätere Hortus Botanicus hervorging. Der Jenaer Botanische Garten ist nach Leipzig, der 1580 gegründet wurde, der zweitälteste Garten dieser Art in Deutschland. Zahlreiche berühmte Persönlichkeiten wirkten hier, u.a.Johann Wolfgang von Goethe, der 1794 die Verlegung einer Wasserleitung veranlasste, mehrere Gewächshäuser und das Inspektorenhaus 1825 errichten ließ. Als Architekt und Oberbaudirektor im Herzogtum übernahm Clemens Coudray die Ausführung. Es wurde zu einem Anwesen nach dem Vorbild einer italienischen Landhausvilla ausgebaut, bei deren Planung auch Goethe seine Ideen einfließen ließ. Ein 200 Jahre alter Ginkgobaum, der sogenannte Goethe-Ginkgo, erinnert an Goethes Wirken. Die Mansarde des Inspektorenhauses diente Goethe zwischen 1817 und 1822 einige Zeit als Unterkunft. Kurz vor dem Ende des 2. Weltkrieges wurde das Inspektorenhaus beinahe völlig zerstört. Später wurde es nach den Originalplänen wiederaufgebaut.
Vor und nun auch nach der statischen Grundsanierung zeigen zwei Räume im Parterre klassische Wohnkultur und Goethes staatsmännisches, naturwissenschaftliches und poetisches Wirken.

