„Ich freue mich, dass vier Projekte den Thüringer Demografiepreis 2024 erhalten, die zeigen, wie wir die Folgen des demografischen Wandels positiv gestalten können. Es sind Projekte mit einer Vorbildwirkung für unser ganzes Land. Neben konkreten Themen wie digitaler Kompetenz und Natur- und Umweltpädagogik geht es bei diesen Projekten immer um die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Gerade diesen Zusammenhalt brauchen wir, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern und Thüringen voranzubringen“, sagt Ministerin Susanna Karawanskij anlässlich des Abschlusses des Wettbewerbs um den Thüringer Demografiepreis 2024.
Am 2. Juni 2024 endete das Online-Voting zum diesjährigen Thüringer Demografiepreis, bei dem zwölf Projekte einer breiten Öffentlichkeit zur Abstimmung vorgestellt wurden. Aus dem Online-Voting gingen folgende Bewerber:innen als Gewinner hervor:
1. Preis: 12.000 Euro
Projekt: Der Digitale Dienstag - Fit und Digital für die ältere Generation
Projektträger: Stadt- und Regionalbibliothek Gera und Partner
Der „digitale Dienstag“ ermöglicht der älteren Generation die Teilhabe am sozialen Leben. Gemeinsam mit den Partnern TLM/TMBZ Gera und Service.GEneRAtionen bietet die Bibliothek monatlich kostenfrei informative Vorträge zu Themen aus der Welt der Digitalisierung an. In der anschließenden Digitalsprechstunde wird individuell auf konkrete Fragen und Probleme eingegangen. Ältere Menschen werden befähigt, aktiv und selbstbestimmt in ihrem Lebensumfeld am digitalen Alltag teilzunehmen.
2. Preis: 8.000 Euro
Projekt: Lernen durch Erleben „Das Leben am Teich“
Projektträger: Förderverein der Regelschule Bad Köstritz e. V.
Das Projekt schafft über den Unterricht hinaus Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Jährlich werden ca. 100 Jugendliche in das Projekt eingebunden. Es führt in die Natur ein, zum Beispiel durch den Bau von Nistkästen, einem Steg und einer Schutzhütte. In den vergangenen drei Jahren wurden ein Teich mit Fischbestand, ein grünes Klassenzimmer, eine Feuerstelle, eine Schutzhütte, Infotafeln und ein bemerkenswerter Blühstreifen angelegt und gepflegt. In Kooperation mit dem Anglerverein können Schülerinnen und Schüler hier kostenlos den Angelschein erwerben. Als nächster Schritt soll die Schafhaltung zur nachhaltigen Pflege des Teichumfeldes etabliert werden. Lokale Partner:innen wie Handwerker, Landwirte, Schäfer und Unternehmen unterstützen das Projekt. Es leistet einen wertvollen Beitrag für Menschen aller Generationen, indem es Naturerlebnisse bietet, Umweltbewusstsein fördert und die Zusammenarbeit zwischen Schule, Stadt und Gemeinschaft stärkt.
3. Preis: 5.000 Euro
Projekt: „Vier Engel für ein Halleluja“
Projektträger: Freunde der Kirche Flurstedt e. V.
Seit über 30 Jahrensetzen sich Bürgerinnen und Bürger für Erhalt und Wiederaufbau der Kirche in Flurstedt ein - mit eigenen finanziellen Mitteln, handwerklichen Fähigkeiten oder Backkünsten für Feste. Die Kirche soll ein Zentrum für ein intaktes Gemeindeleben für alle Altersschichten, Herkunftsorte und Weltanschauungen werden. Seit 2019 kümmert sich der Verein verstärkt um das Orgelprojekt: Für Konzerte wird eine spielbare Orgel (Neubau oder Restaurierung) gebraucht.
Sonderpreis des TMIL:5.000 Euro
Projekt: „Paradies der Sinne“
Projektträger: Familieninitiative Granzow in Eisfeld
Seit vielen Jahren bietet Familie Granzow in ihrem eigenen Zuhause hilfsbedürftigen und gehandicapten Menschen verschiedene Mitmach-möglichkeiten und ein „Paradies der Sinne“ mit dem Ziel, die Akzeptanz von Menschen mit Beeinträchtigungen zu erhöhen.
Das Engagement von Familie Granzow beruht vor allem auf privater Initiative ohne besondere Unterstützung eines Vereins oder Wohltätigkeitsverbandes. Das Projekt fördert das soziale und gesellschaftliche Miteinander, es ermöglicht Teilhabe am „Leben nach dem Normalitätsprinzip“ und es stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Akzeptanz, Gleichberechtigung, Wertschätzung und Selbstbestimmung sowie Inklusion und Integration sind die Erfolgsbausteine dieses Projektes.
Die Preisübergaben erfolgen durch Ministerin Susanna Karawanskij bzw. Staatssekretär Torsten Weil im Juni, Juli und August 2024. Die genauen Daten werden rechtzeitig bekannt gegeben.

