Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing: „Ich will es den Menschen leichter machen, sich für nachhaltige Verkehrsträger zu entscheiden. Mit dem Sonderprogramm „Stadt und Land“ verbessert das BMDV die Bedingungen für Radfahrende in der Stadt und auf dem Land. Wir unterstützen die Länder und Kommunen etwa beim Neu-, Um- und Ausbau von Radwegen, Radwegebrücken, Radabstellanlagen und fahrradfreundlichen Kreuzungen ebenso wie bei der Instandsetzung vorhandener Radwege. Mit der Freigabe der Brücke können sich die Radfahrerinnen und Radfahrer in der Stadt Saalfeld und Umgebung auf einen attraktiven Radweg über die Saale freuen.“
Der Saaleradweg ist ein beliebter, länderübergreifender Radweg. Darüber hinaus stellt er eine der Hauptrouten im Radnetz der Stadt Saalfeld dar und wird im Alltagsverkehr ebenso genutzt wie im Freizeit- und touristischen Radverkehr. Der Abschnitt des Saaleradweges erschließt die Ortsteile Obernitz und Reschwitz sowie die Gemeinden Weischwitz, Fischersdorf und Kaulsdorf und bindet diese an Saalfeld an. Die Brücke „Pioniersteg“ im Ortsteil Köditz ermöglicht die Querung der Saale in diesem Gebiet. Durch Radweg und Brücke kann die stark befahrene B 85 gemieden werden.
Die circa 40 Jahre alte Brücke wies irreversible Schäden und Mängel auf, die eine Sperrung sowie einen kompletten Abriss und anschließenden Neubau erforderlich machten. Die neue Brücke, die sich dezent in die Saaleaue einfügen sollte und an die besonderen örtlichen Gegebenheiten des flachen Ufers angepasst werden musste, wurde daher als Hängeseilkonstruktion mit einem Pylon errichtet.
Die Brückenlänge des Pionierstegs beträgt ca. 71,80 m, die Spannweite 63,00 m (lichte Weite 62,20 m) und die Konstruktionsbreite 3,88 m. Damit entstand ein 3,00 m breiter Rad- und Gehweg. Die Bauzeit betrug ein Jahr, Baustart war im Oktober 2022. Damit konnte der Neubau in der vorgesehenen Zeit errichtet werden. In Saalfeld wurden mit diesem Bau innerhalb der letzten 25 Jahre alle sechs städtischen Saalebrücken erneuert bzw. erstmalig errichtet.
Das gesamte Vorhaben wurde über das Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes mit einer Gesamtsumme von 3.185.300 Euro gefördert.
Hintergrund:
Mit dem Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes werden dem Freistaat Thüringen bis 2028 insgesamt rund 55 Mio. Euro als Bundesfinanzhilfen zusätzlich für Investitionen in die flächendeckende Radverkehrsinfrastruktur zur Verfügung stehen. Das Sonderprogramm „Stadt und Land“ ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung zur Umsetzung des Klimaschutzplans 2050. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr hat 2023 das erfolgreiche Sonderprogramm „Stadt und Land“ bis 2028 verlängert. In Thüringen werden die Mittel aus dem Sonderprogramm in Anlehnung an die bereits bestehende Richtlinie des Landes zur Förderung von kommunaler Verkehrsinfrastruktur an die Kommunen ausgereicht.
Das Radroutennetz umfasst gemäß dem Radroutenplaner Thüringen rund 3.700 km überregionale und regionale Themenrouten sowie rund 10.200 km lokales Radnetz.
Mit Stichtag zum 1. Januar 2023 betrug die Länge der Radwege entlang der Bundesstraßen 360 km und entlang der Landesstraßen 274 km.
Seit 2015 wurden zusätzlich zu den kommunalen Mitteln insgesamt rund 90 Mio. Euro aus EU-, Bundes- und Landesmitteln in den Ausbau und Erhalt der Radwege und in den Fußverkehr in Thüringen investiert.
Investitionen in den Ausbau und Erhalt der Radwege und in den Fußverkehr in Thüringen 2015–2022
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Finanzierung Radwege an Bundesstraßen |
6,5 Mio. € |
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Finanzierung Radwege an Landesstraßen |
12,3 Mio. € |
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Förderung kommunaler Verkehrsinfrastruktur, Rad- und Gehwege |
27,2 Mio. € |
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Förderung touristischer Radwege |
34,2 Mio. € |
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Förderung multifunktionaler Wege |
4,1 Mio. € |
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Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes |
5,7 Mio. € |
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Summe |
90,0 Mio. € |
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Durchschnitt/Jahr |
11,2 Mio. € |

