Rund 3,9 Mrd. Euro wurden seit 1991 bis heute für eine nachhaltige Stadtentwicklung in den Thüringer Städten und Gemeinden eingesetzt. „Die Städtebauförderung löst ein Vielfaches an privaten Folgeinvestitionen aus. Gerade für die regionale Bauwirtschaft sowie klein- und mittelständische Unternehmen ergeben sich dadurch viele positive Effekte“, so Minister Schütz. Durch die Aufwertungsprozesse haben sich unter anderem die Einwohnerzahlen in den Altstädten der geförderten Kommunen stabilisiert und deren Wohnfunktionen gestärkt. In diesem Jahr sind wieder viele, wegweisende Projekte für die geförderten Gemeinden geplant, wie die Weiterentwicklung des Bildungszentrums im historischen Viehmarkt in Pößneck, die Sanierung der Orangerie in Saalburg-Ebersdorf sowie der Erweiterungsbau Kita Holzhausen in der Gemeinde Amt Wachsenburg. Erst Anfang Mai haben viele der Thüringer Städte und Gemeinden ihren Bürgerinnen und Bürgern gezeigt, was mit Unterstützung der Städtebaufördermittel schon erreicht werden konnte und welche weiteren Schritte und Projekte geplant sind.
In einer aktuell erschienenen Broschüre werden Fallbeispiele aus Eisenberg, Schmalkalden und Jena sowie deren Umgang mit diversen Herausforderungen der Stadtentwicklung beleuchtet. Im Sanierungsgebiet der Eisenberger Altstadt bewirkt die Kooperation der gewerbetreibenden Innenstadtinitiative mit der Stadtverwaltung, dass trotz Strukturwandel und Corona-Krise das Kleinstadtzentrum sehr belebt ist und überregionale Anziehungskraft ausstrahlt. Das einstige typische DDR-Wohngebiet „Schmalkalden-Walperloh“ erhält auch durch die Städtebau-Förderkulisse „Sozialer Zusammenhalt“ ein multifunktionelles Stadtteilzentrum. Zugleich schaffen die von den Wohnungsunternehmen initiierten Umbauten von Plattenbaublöcken neue Wohnqualität und tragen zu sozialer Vielfalt im Quartier bei. Die städtebaulichen Lösungen aus Jena zeigen, wie sich Städte an die Folgen des Klimawandels anpassen, indem sie ihre Siedlungsstrukturen entsprechend resilient gestalten. Jena muss zudem als eine von wenigen Thüringer Städten mit Wachstumsdruck umgehen und dafür infrastrukturelle, soziale und ökologische Konzepte der Stadtentwicklung finden.
Die Broschüre richtet sich in erster Linie an Kommunalverwaltungen und soll dazu anregen, Erfahrungen und Lösungsansätze bereichernd in die eigene Stadtentwicklungspraxis einzubeziehen. Neben übertragbaren Erfolgsfaktoren werden dabei strukturelle Hemmnisse herausgearbeitet, mit denen sich die lokalen Akteurinnen und Akteure bei der Umsetzung konfrontiert sehen.
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