Ministerin Karawanskij kritisierte die bisher fehlende Anschlusslösung des 49-Euro-Tickets für die kommenden Jahre: „Damit sich das Deutschlandticket auch dauerhaft etabliert, brauchen wir eine verbindliche Lösung für 2024 und 2025. Bislang sind die Kosten nur für 2023 abgedeckt. Das Kostenrisiko darf nicht allein Sache von Ländern, Kommunen und Verkehrsunternehmen sein. Die Verkehrswende kann nur gelingen, wenn es einen langfristigen Finanzierungsplan gibt.“ Es dürfe keinen Rückfall in den Tarifdschungel geben und eine perspektivische Preissteigerung des Deutschlandtickets wäre sozial ungerecht. „Wir müssen unseren ÖPNV vor Ort so qualifizieren, dass er eine echte Alternative zum Auto darstellt. Das wollen wir in Thüringen mit einer Erreichbarkeitsgarantie sicherstellen. Dazu gehören ein flächendeckendes ÖPNV-Angebot und faire Preise.“
Bereits am Mittwoch und Donnerstag (29./30.03.) traf sich Ministerin Karawanskij in Brüssel mit Mitgliedern des EU-Parlaments, der EU-Verkehrskommission und Vertretern von europäischen Partnerregionen Thüringens. Neben Themen des Wohnungsbaus standen vor allem verkehrspolitische Themen auf der Agenda, wie die weitere Ausgestaltung der Transeuropäischen Verkehrskorridore, die Ökologisierung des Güterverkehrs in Europa und die Umrüstung von Güterwagen mit einer neuartigen digitalen automatischen Kupplung. Die Ministerin warb um EU-Unterstützung von regionalen Projekten zur Stärkung der Schiene in Thüringen, als Beitrag zur gesamteuropäischen Mobilitätswende. Dabei wurde die Gesamtverantwortung Europas, Deutschlands und der Bundesländer für diese Gemeinschaftsaufgabe betont. Darüber hinaus wurden mit den Thüringer Partnerregionen aus Polen, Italien, Spanien und Frankreich regionale Ansätze zur Stärkung der öffentlichen Mobilität im ländlichen Raum diskutiert.

