Die EU-Kommission hat eine Verordnung zum Pflanzenschutz vorgeschlagen, mit dem der Einsatz von Pflanzenschutzmittel um 50 Prozent bis 2030 reduziert werden soll. Zudem ist ein grundsätzliches Anwendungsverbot in sogenannten empfindlichen Gebieten vorgesehen. Ein Anwendungsverbot in dieser vage definierten Gebietskulisse würde in Thüringen vielen Agrarbetrieben die Wirtschaftsgrundlage entziehen. „Thüringen leistet einen großen Anteil, dass der bundesweite Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den letzten Jahren um mehr als 15 Prozent gesenkt werden konnte. Unser Landesamt forscht zu Methoden, wie der Mitteleinsatz weiter reduziert werden kann und berät die Agrarbetriebe bei der Umsetzung. Die von der EU vorgeschlagene Verbotskulisse geht jedoch zu weit und die Folgen für die Versorgungssicherheit wären kaum absehbar“, so die Ministerin.
Gemeinsam mit finnischen und schwedischen Regionalbeauftragten unterschrieb Ministerin Karawanskij ein Positionspapier für eine nachhaltige Forstwirtschaft. „Der Wald schützt und sichert mit seinen natürlichen Funktionen die Wasser-, Boden- und Luftqualität. Er bietet uns mit seinem Holz auch einen umwelt- und klimafreundlichen, gesunden und vor allem nachwachsenden Rohstoff. Wir befürworten einen effektiven Waldschutz, der den Aspekt einer nachhaltigen Holzgewinnung mitdenkt“, so Karawanskij. Das Positionspapier wurde vom Netzwerk europäischer Regionen für eine innovative Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft (ERIAFF) erstellt. Im ERIAFF-Netzwerk sind 50 europäische Regionen aus 21 Ländern organisiert. Thüringen und Bayern vertreten Deutschland. In dem Netzwerk kooperieren auch besonders waldreiche Regionen und setzen sich gemeinsam für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung mit regionaler Wertschöpfung ein.
Zudem tauschte sich die Ministerin mit Regionalbeauftragten aus Spanien, Italien, Frankreich, Finnland und den Niederlanden darüber aus, wie über einen Pakt für den ländlichen Raum die Kooperation und der Wissensaustausch zwischen europäischen Regionen vertieft werden kann, um ländliche Gebiete als Wohn-, Arbeits- und Kulturstandort zu stärken. „Überall in Europa stehen die ländlichen Gebiete vor ähnlichen strukturellen Herausforderungen. Beim Umgang mit Bevölkerungsrückgang, Nachwuchsgewinnung sowie Aufrechterhaltung der sozialen Dienstleistungen können wir voneinander zu lernen, um die ländlichen Räume zukunftsfähig zu gestalten“, so die Ministerin.

