Mit Nachdruck hatte sich Minister Schütz zuvor seinerseits an seine Amtskolleginnen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt gewandt und seinen Unmut über die aktuelle Linienführung zum Ausdruck gebracht. "Seit dem Fahrplanwechsel liegen mir zahlreiche Fahrgastbeschwerden vor. Ich gehe davon aus, dass im Rahmen unser aller Möglichkeiten in den kommenden Fahrplanjahren zu notwendigen und sinnvollen Anpassungen Gesprächsbereitschaft besteht, um unseren gemeinsamen Fahrgästen zwischen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein ausgewogenes, attraktives und bedarfsorientiertes Angebot bieten zu können", appellierte er an die Ministerinnen Dr. Lydia Hüskens und Regina Kraushaar. Insbesondere der Bahnsteigwechsel in Naumburg innerhalb kurzer Zeit und bei hohem Fahrgastaufkommen stellt sich als problematisch dar. „Für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen ist das eine Zumutung“, sagte er.
Auslöser der mit dem Fahrplanwechsel erfolgten Linienänderung war der verkehrspolitische Wunsch, insbesondere aus Sachsen-Anhalt, für Reisende aus dem Burgenlandkreis und den Orten entlang der Strecke nach Leipzig mittels S-Bahn eine Direktverbindung in die Leipziger Innenstadt (City-Tunnel) zu schaffen. Die Führung der S 6 durch den City-Tunnel ist mit dem Beginn des neuen Verkehrsvertrages im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz ab Dezember 2026 vorgesehen.
Dafür eine S-Bahn-Linie zusätzlich zum bestehenden Angebot einzurichten, scheiterte an den derzeitigen wirtschaftlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen. Als Lösungsmöglichkeit blieb daher nur der Ersatz des bisherigen Regionalbahn-Abschnitts Naumburg (Saale) – Leipzig durch die S-Bahn-Linie. Der eigentlich vorgesehene, bahnsteiggleiche Übergang konnte baubedingt zum Dezember nicht realisiert werden.
Mit der Realisierung eines bahnsteiggleichen Übergangs in Naumburg werden Reisende nun voraussichtlich ab Juli entlastet. Minister Schütz stellt weitere Gespräche mit den betroffenen Aufgabenträgern in Aussicht, um schnellstmöglich eine weitere Verbesserung der Situation zu erreichen.
„Für das Land als Besteller der Zugleistungen in Thüringen entspricht der neue Liniennetzzuschnitt mit Umstieg in Naumburg nicht dem, was wir uns unter einem attraktiven Angebot im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) vorstellen. Für Thüringen ist eine umsteigefreie länderübergreifende SPNV-Verbindung zwischen Erfurt, Weimar, Naumburg und Leipzig von großer verkehrlicher Bedeutung“, so Minister Schütz abschließend.


