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Medieninformation Festakt zur Doppel-Eröffnung des Museums Zwangsarbeit im Nationalsozialismus und der Jahresausstellung "Bauhaus und Nationalsozialismus"


Claudia Roth (Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien), Ministerpräsident Bodo Ramelow, Ministerin Susanna Karawanskij, Dr. Ulrike Lorenz (Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar), Prof. Dr. Jens-Christian Wagner (Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora), Peter Kleine (Oberbürgermeister Weimar), KZ-Überlebende, ehemalige Zwangsarbeiter und viele weitere Ehrengäste nehmen an der Doppeleröffnung am 8. Mai 2024 in der Weimarhalle teil.

Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und die Klassik Stiftung Weimar zeigen mit diesen Ausstellungen, wie tief der Nationalsozialismus in der deutschen Gesellschaft verwurzelt war. 

„Für mich ist klar: Politische Verantwortung heißt, sich der Geschichte zu stellen. Nachkommende Generationen müssen die Chance haben, zu erfahren, was damals geschah. Nur so können wir aus der Geschichte für eine bessere Welt lernen. Politische Verantwortung heißt für mich als Bauministerin auch, den Umbau der ehemaligen Repräsentationsräume des Gauleiters und Beauftragten für Zwangsarbeit Sauckel im ehemaligen Gauforum so zu unterstützen, das Barrierefreiheit, Aspekte des Denkmalschutzes, variabel nutzbare Räume und vieles mehr modernen Standards entspricht. Gemeinsam mit der Stiftung Buchenwald und vielen Partnern haben wir erreicht, dass das Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus am Ort des Geschehens in passend sanierten Räumen dauerhaft zu sehen ist. Ich bin sicher: Das ist eine enorm sinnstiftende Nutzung des ehemaligen Gauforums“, sagt Bauministerin Susanna Karawanskij anlässlich der Eröffnung. 

Hintergrund

Der Umbau der ehemaligen Repräsentationsräume des Gauleiters und Beauftragten für Zwangsarbeit Sauckel im ehemaligen Gauforum zum Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus kostet rund 11,1 Mio. Euro. Davon hat 1,4 Mio Euro die Stiftung Buchenwald beigesteuert, 9,7 Millionen Euro investiert das Land. 

Das ehemalige Thüringer Gauforum in Weimar ist für das Thema Zwangsarbeit im Nationalsozialismus besonders prädestiniert. Das ehemalige Gauforum sollte Dienstsitz von Gauleiter Fritz Sauckel werden, der ab 21. März 1942 Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz (GBA) war. Als solcher war er für die völkerrechtswidrige Deportation von etwa 7,5 Millionen ausländischen Arbeitskräften verantwortlich, die für die deutsche Industrie und Landwirtschaft, vor allem aber in den Rüstungsbetrieben Zwangsarbeit verrichten mussten. Viele Zwangsarbeiter:innen starben unter den unmenschlichen Bedingungen oder trugen lebenslange Traumata davon.  

Als einziges von mehreren in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland geplanten Gauforen ist es im Wesentlichen nahezu original erhalten. Für dieses NS-Verwaltungszentrum wurden 1937 Teile der historischen Weimarer Innenstadt abgerissen und die Parkanlage des Asbachtals zugeschüttet.

Die Umbaumaßnahme umfasste unter anderem:

  • Ausbau des Ausstellungsbereiches gemäß den Anforderungen aus dem Ausstellungskonzept (u. a. Mitarbeiter-Büros und Nebenflächen, Flächen für Besuchergruppen)
  • Realisierung barrierefreier Zuwegung und Fluchtwege sowie notwendiger Flächen für die Unterbringung der Technik
  • statisch erforderliche Umbaumaßnahmen
  • Ausbau von PAK-haltigen Schadstoffen im Fußboden und Dachbelag
  • Einbau einer Gitterrostebene über der Ausstellungsebene für Wartungsarbeiten in der Dachebene
  • Anforderungen aus dem übergreifenden Konzept „Museumsquartier Weimar“ für die Außenanlagengestaltung

Besondere Herausforderungen stellten höchste Denkmalschutzanforderungen im Einklang mit weitgehender Barrierefreiheit, Durchführung der Bauarbeiten während Dienstbetrieb des Landesverwaltungsamtes, Lärmschutzaspekte dar.

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