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Medieninformation Feierliche Inbetriebnahme der Kläranlage Saalfeld: 84 Prozent des Strombedarfs können künftig selbst erzeugt werden


Heute wurde im Beisein von Staatssekretärin Barbara Schönig die Kläranlage Saalfeld feierlich in Betrieb genommen.

„Ich freue mich, dass wir mit diesem Vorhaben einen großen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz und des Anteils erneuerbarer Energien leisten“, sagt Prof. Schönig bei der Veranstaltung. „Unsere EFRE-Fördermittel in Höhe von 4,65 Millionen Euro sind gut und nachhaltig investiert.“

Zur Steigerung der Energieeffizienz und des Anteils erneuerbarer Energien wurde die Kläranlage Saalfeld verfahrenstechnisch von simultan, aerober Schlammstabilisierung auf anaerobe Schlammstabilisierung umgestellt und zusätzlich wurde eine Photovoltaik-Anlage integriert.

Der gesamte Umbau der Kläranlage Saalfeld-Rudolstadt ist für den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung (AWZ) die mit Abstand größte Investition in den Jahren 2021 bis 2023. Die Baukosten für beide Vorhaben belaufen sich auf 8,55 Millionen Euro. Davon erhält der AWZ über den Freistaat Thüringen 4,65 Millionen Euro EFRE-Fördermittel. 

Bislang erfolgte die Stabilisierung des Klärschlammes zusammen mit der biologischen Abwasserreinigung in den großen Belebungsbecken durch Sauerstoffzugabe. Dies erzeugt einen hohen elektrischen Energiebedarf. Nach dem Umbau wird der nicht stabilisierte Klärschlamm in einen Faulbehälter gepumpt, wo er unter Luftausschluss (anaerob) stabilisiert wird. Bei diesem Prozess entsteht Faulgas, welches mittels eines Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt wird. Mit der Wärme wird die Kläranlage beheizt und mit dem Strom der Bedarf der Kläranlage zum Großteil selbst erzeugt.

Mit der Verfahrensumstellung und der Errichtung der Photovoltaik-Anlage auf der Kläranlage lassen sich erhebliche Strom- und CO2-Einsparungen realisieren. Insgesamt können 84 % des Strombedarfs nach der Fertigstellung selbst erzeugt werden. Durch die Nutzung des erzeugten Biogases in Form von Strom oder Wärme wird der CO2-Fußabdruck des Betriebs reduziert. Die errechnete Einsparung bei den Treibhausgasemissionen (CO2 Äquivalent) für beide Vorhaben beträgt ca. 650 t/CO2 äq/Jahr. Neben diesen positiven energetischen und Umweltaspekten wird der Betrieb der Kläranlage unabhängiger von Entwicklungen des Strompreises. Dies wiederum wirkt sich stabilisierend auf die Abwassergebühren aus.

Hintergrund

In der Förderperiode 2021 bis 2027 stehen rund 174 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für Vorhaben der nachhaltigen Stadt- und Ortsentwicklung, der energetischen Gebäudesanierung sowie zum Neu- und Ausbau von Wärmenetzen zur Verfügung stehen. Davon werden mehr als die Hälfte in energetische Vorhaben investiert, die einen langfristigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

„Wir haben in der Förderung eine deutliche Akzentverschiebung hin zu mehr Klimaschutz- bzw. Klimaanpassung vorgenommen. Sowohl relativ als auch absolut haben wir die Fördermittelausstattung für Energieeffizienzmaßnahmen erheblich gesteigert. Jetzt müssen wir verstärkt in Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Verringerung von Treibhausgasemissionen investieren, um unsere Klimaziele zu erreichen“, so Prof. Schönig.
 

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