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Gemeinsame Medieninformation des Thüringer Ministeriums für Digitales und Infrastruktur und der Thüringer Staatskanzlei Feierliche Eröffnung der Schlosskapelle Reinhardsbrunn mit Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt: „Ein historischer Tag für Thüringen“


Heute (13. September) wurde die sanierte Schlosskapelle Reinhardsbrunn durch den Ministerpräsidenten des Freistaats Thüringen, Mario Voigt, und den Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur Steffen Schütz feierlich eröffnet und der öffentlichen Nutzung übergeben. Der Ministerpräsident würdigte die Fertigstellung und Eröffnung der Kapelle als historischen Tag für Thüringen: „Dass wir die Schlosskapelle Reinhardsbrunn nun wieder eröffnen können, ist dem Einsatz vieler Menschen zu verdanken – von den Ehrenamtlichen über die Kommune bis hin zu den Fachleuten, die mit Leidenschaft und Handwerk Großartiges geleistet haben. Diese Tatkraft verdient Dank und Anerkennung. Die Enteignung und die Sicherung der Schloss-Anlage waren ein notwendiger Schritt, damit wir diesen kulturellen Schatz nicht verlieren. Mit der Kapelle ist nun der erste Meilenstein geschafft – sie wird künftig vielfältig nutzbar sein und Reinhardsbrunn mit neuem Leben erfüllen. Jetzt geht es darum, das gesamte Ensemble als kulturelles Kleinod lebendig zu halten. So wird Reinhardsbrunn nicht nur ein Denkmal bleiben, sondern ein lebendiger Teil der Zukunft unseres Freistaats.“

Die Schlossgebäude im Park Reinhardsbrunn entstanden im 16. Jahrhunderts auf den Grundmauern des im Jahr 1085 von Landgraf Ludwig der Springer gegründeten Benediktinerklosters Reinhardsbrunn und gelten als Wiege des mittelalterlichen Thüringens.

Im Jahr 2021 ist das Schloss Reinhardsbrunn in einem bundesweit historisch einmaligen Prozess in das Eigentum des Freistaats übergegangen, um die historische Bausubstanz des Ensembles und des dazugehörigen Parks vor dem Verfall zu sichern und zu erhalten. Seitdem wurden insgesamt fast acht Millionen Euro in die denkmalschutzrechtliche Bewahrung des Schlosses und des Parks sowie in die Sanierung der Schlosskapelle investiert. Diese Arbeiten an der neuromanischen Schlosskapelle sind nun beendet und sie wurde feierlich an die Stadt Friedrichroda als öffentlicher Veranstaltungsort übergeben.

„Vom Fürstensitz zum Bürgerschloss – das ist die Richtung, die wir für Schloss Reinhardsbrunn einschlagen. In einem öffentlichen Ideenwettbewerb wurden 55 Arbeiten für die zukünftige Nutzung eingereicht. Vorgeschlagen wurden zum Beispiel ein Hotelbetrieb, eine Fortbildungsstätte, ein Gästehaus, Gastronomie, ein Ort für Veranstaltungen und einiges mehr. Die heutige Eröffnung der Schlosskapelle ist ein Muster für die zukünftige Nutzung des gesamten Areals: Die Kapelle steht ab jetzt der Allgemeinheit zur Verfügung – es ist ein selten schöner Treffpunkt und Diskussionsort entstanden. Der Bau, der historisch nur für wenige Privilegierte gedacht war, verbindet sich jetzt mit der offenen Gesellschaft von heute“, sagt Minister Schütz anlässlich der Eröffnung.

Mit der historisch originalgetreuen Instandsetzung der 1874 erbauten Schlosskapelle und der Sicherung der Architekturfassungen wurden die blauen Gläser mit weißen Sternen bruchfest aufgerüstet in die Oberlichter der Kapelle eingebaut, die Spenglerarbeiten fertiggestellt, das Dach geschiefert und der Blitzschutz installiert. Bereits im vergangenen Jahr konnte das restaurierte vergoldete Kreuz auf dem Zwerchgiebel über dem Eingang wieder aufgestellt werden.

Neben der Kapelle wurden in den letzten Jahren weitere Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Die erarbeitete denkmalpflegerische Zielstellung ist Grundlage für dieWiederherstellung des denkmalgeschützten Landschaftsparks Hierzu werden im Park umfangreiche Pflegearbeiten durchgeführt. Die Parkmauern im südwestlichen Bereich sowie im Bereich des Mühlgrabens wurden instand gesetzt. Für die technische und denkmalgerechte Instandsetzung der Stauanlage Mühlteich liegt die entsprechende Vorplanung vor. Die Sicherungsarbeiten an den Gebäuden werden kontinuierlich fortgesetzt. Darüber hinaus werden im gesamten Schloss die Wandfassungen freigelegt und gesichert. 

Seit 2023 hat der Freistaat unter der Federführung der Thüringer Staatskanzlei den mehrstufigen und partizipativen Prozess zur Entwicklung einer nachhaltigen, denkmalgerechten und kostenneutralen Nutzung für Schloss und Park Reinhardsbrunn eingeleitet und ihn kontinuierlich umgesetzt. Im Juni 2023 fiel auf einer Expertentagung der Startschuss für die Entwicklungsstrategie des Schlosses. Eine erste Stufe war dabei ein Ideenwettbewerb, für den im Herbst 2023 55 Beiträge eingereicht wurden. Im Ergebnis einer Jurysitzung wurden die sechs Nutzungsbausteine Beherbergung und Gastronomie, Bildung, Büro/Gewerbe, Besucherinformation sowie Veranstaltung/Event als geeignet für die Liegenschaft beurteilt. 

Die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs fanden Eingang in eine Nutzungsstudie. Diese findet sich online unter: sre.leg-thueringen.de/perspektive-schloss-reinhardsbrunn/

Auf dieser Grundlage folgen die weiteren Schritte zur Nutzungsfindung
 

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