Die offizielle Übergabe der ersten „Wanderbaumallee“ in Gotha am 21. August war eines der ersten konkreten Projekte, das das Aktionsbündnis im abgelaufenen Jahr umsetzte. „Wanderbaumalleen“ sind mobile und temporär begrenzte Stadtbegrünungen durch Bäume in verschiedenen Straßenzügen einer Stadt. Diese können flexibel von einer Straße in eine andere umziehen, Innenstädten mehr Aufenthaltsqualität verleihen und zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung leisten. Eine weitere Thüringer „Wanderbaumallee“ wird bald in Pößneck entstehen. Im Rahmen des 4. Bündnistreffens überreichte Ministerin Susanna Karawanskij einen entsprechenden Zuwendungsbescheid über 10.000 Euro aus dem Programm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ des Thüringer Landeshaushalts an Pößnecks Bürgermeister Michael Modde.
Die Ministerin bezog sich in ihrer Eröffnungsrede auch auf den Austragungsort des Treffens, um die Bedeutung einer optimierten Leerstandsbewältigung in der Stadtentwicklung hervorzuheben. Mit dem Kontor gestaltete der Erfurter Investor Frank Sonnabend in den vergangenen Jahren eine Industriebrache zu einem multifunktionalen Kultur- und Veranstaltungsort um. Momentan erarbeitet das Aktionsbündnis ein digitales Tool namens „Kompass“, das Akteurinnen und Akteuren insbesondere in kleineren und mittleren Städten Informationen und Handlungsempfehlungen an die Hand geben soll. „Lebendige Innenstädte, in denen sich die Menschen gern aufhalten, bieten Raum für Handel und Gastronomie“, sagte Dr. Cornelia Haase-Lerch, Hauptgeschäftsführerin der IHK Erfurt in ihrem Grußwort. „Es ist wichtig, durch kluge Maßnahmen der Stadtentwicklung und -sanierung dafür zu sorgen, dass Händler und Gastronomen gute Bedingungen für ihr unternehmerisches Handeln vorfinden und so die Urbanität in den reizvollen Städten unseres Freistaats stärken.“
Die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) erfüllt die Aufgabe der Geschäftsstelle des Aktionsbündnisses und organisiert die Projekt- und Netzwerkarbeit. „Wir widmen uns seit rund dreißig Jahren dem reizvollen Anliegen, Stadtkerne im Freistaat aufzuwerten und zukunftsfähig zu gestalten “, sagte LEG-Geschäftsführerin Sabine Wosche in ihrem Grußwort. „Es gilt, die Herausforderungen, die sich stellen, als Chancen wahrzunehmen. So eröffnen leerstehende Immobilien oft kreative Optionen für neue Nutzungen. Maßnahmen zur Klimaanpassung erhöhen zudem häufig die Lebensqualität, wie das Beispiel der ‚Wanderbaumalleen‘ zeigt“, fügte sie hinzu.
Den circa 60 Teilnehmenden des 4. Bündnistreffens hatte nicht zuletzt Dr. Jan Kobel, der mit dem Projekt „Kulturfabriken“ ebenfalls brachliegende Bauten zu neuem Leben erweckt, einen Impuls mit dem Titel „Das Ziel heißt Zuzug, der Weg Tourismus: Zeitgemäße touristische Infrastruktur als Hebel der Innenstadtentwicklung“ gegeben. Der Veranstaltungsort Erfurter Kontor wurde im Anschluss an die Beratungen durch Frank Sonnabend im Rahmen eines Rundgangs präsentiert.

