Nach einem Jahr Bauzeit wird heute der Rad-/Gehweg zwischen Döllstädt und Herbsleben für den Rad- und Fußverkehr freigeben. Der 3,3 Kilometer lange und 2,5 Meter breite Rad- und Gehweg verbindet die Gemeinden Döllstädt (Landkreis Gotha) und Herbsleben (Unstrut-Hainich-Kreis). Er führt westlich der Landesstraße L 1027 entlang und bindet am Ortseingang Herbsleben an den bestehenden Rad-/Gehweg an.
Der neugebaute Weg trägt dem politischen Ziel der Landesregierung Rechnung, den Flächenverbrauch für Verkehrsprojekte zu minimieren und möglichst vorhandene Brachflächen zu nutzen. Daher wird der Rad-/Gehweg soweit wie möglich auf der ehemaligen Bahntrasse geführt. Gleichzeitig wurde Gleisschotter der Bahntrasse wiederverwendet. Im zeitlichen Ablauf der Baumaßnahme wurden auch umweltrechtliche Aspekte besonders berücksichtigt. Beispielsweise wurde zum Schutz der Zauneidechse und des Feldhamsters die Baumaßnahme in zwei Bauabschnitten durchgeführt. Ein kleinerer Abschnitt wurde bereits Ende 2022 gebaut, der zweite Abschnitt jetzt fertig gestellt.
Vorhabenträger des Rad-/Gehweges war das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr, Region Nord, die Realisierung erfolgte im Rahmen einer Gemeinschaftsmaßnahme mit den Gemeinden Döllstädt und Herbsleben.
Der neue Rad-/Gehwegweg ist in erster Linie als Alltagsverbindung gedacht. Mit der Anbindung des Radwegs an den Bahnhof in Döllstädt wird eine wichtige Verknüpfung zum Öffentlichen Personennahverkehr hergestellt.
„In Thüringen sind wir beim touristischen Radroutennetz schon gut aufgestellt. Jedoch fehlt es in vielen Orten noch an alltagstauglichen Radverbindungen, an Verknüpfungen mit dem ÖPNV sowie an qualitativ hochwertigen Abstellmöglichkeiten für immer kostspieliger werdende Räder“, so Prof. Schönig. „Deshalb arbeiten wir aktuell an einem Konzept für Alltagsradhauptrouten. Diese sollen die touristischen Routen ergänzen und das Radwegenetz in Thüringen verdichten, so dass alle zentralen Orte miteinander verbunden sind. Dieses flächendeckende Alltagsradroutennetz kann nur im Zusammenspiel der verschiedenen Akteure in Kommunen, Land und Bund entstehen und wachsen.“
Hintergrund
Radverkehr ist in Thüringen hauptsächlich eine kommunale Aufgabe. Der überwiegende Teil der Radwege befindet sich in kommunaler Verantwortung. Der Freistaat Thüringen unterstützt die Kommunen beim Ausbau ihrer Verkehrsinfrastruktur und baut in eigener Zuständigkeit bei Bedarf straßenbegleitende Radwege an Bundes- und Landesstraßen. Seit 2015 hat der Freistaat Thüringen insgesamt 90 Mio. Euro Bundes- und Landesmittel in den Radverkehr investiert. Das sind mehr als elf Millionen Euro pro Jahr für Radwege an Bundes- und Landesstraßen, touristische Radwege und kommunale Alltagsradwege.
Die Kosten für den neugebauten Rad-/Gehweg zwischen Döllstädt und Herbsleben belaufen sich auf über eine Million Euro. Der Freistaat Thüringen beteiligte sich an den Kosten für den Neubau mit rund 90 Prozent, die Gemeinden Döllstädt und Herbsleben beteiligten sich mit rund 10 Prozent.
Alle Fotos: D. Santana (TMIL)







