„Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von circa 39 Millionen Euro ist der Neubau der Ernst-Abbe-Bibliothek und des Bürgerservice Jena das mit Abstand größte Einzelprojekt der Förderung nachhaltiger Stadtentwicklung in der ausgelaufenen EFRE-Förderperiode“, so Staatssekretärin Prof. Schönig. „Die wichtigsten Funktionen des Neubaus – Bildung, Kultur und Verwaltung – sind nunmehr an einem Ort im Herzen Jenas vereint. Nicht zuletzt ist der Neubau ein großartiges Stadtsanierungsprojekt, das das Stadtbild Jenas nachhaltig verändert. Auch in der neuen EFRE-Förderperiode will mein Haus zahlreiche Fördermaßnahmen mit Vorbildcharakter für Thüringen unterstützen“, fügte sie hinzu.
„Jetzt schlagen wir ein neues Kapitel auf“, so Jenas Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche. „Das moderne und weltoffene Ambiente dieses Gebäudes wird bei den Bürgerinnen und Bürgern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die neuen Räumlichkeiten ermöglichen durch neue digitale Lösungen und eine fortschrittliche Arbeitsweise auch unseren Kolleginnen und Kollegen besser zusammenzuarbeiten, Synergien zu nutzen und Abläufe zu optimieren. Das Haus mit vielen zentralen Bürgerservices wird die Innenstadt nach Süden erweitern. Zusammen mit dem Theatervorplatz und dem Karmelitenkloster entsteht ein Besuchermagnet, der für Belebung in der Innenstadt sorgt“.
Der Neubau der Bibliothek am Engelplatz ermöglicht eine Verlagerung der städtischen Ernst-Abbe-Bibliothek aus ihren bisherigen Räumlichkeiten im Volkshaus und wird die Arbeits- und Nutzungsbedingungen deutlich verbessern. Der Umzug in den Neubau soll die Bibliotheksfunktionen neu ordnen und erweitern und die Bibliothek zu einem Zentrum für Lernen und Wissen in der Stadt Jena entwickeln. Auf einer Gesamtnutzfläche von 3.900 m² ist nunmehr ein Bürgerhaus für rund 400.000 Besucher:innen jährlich entstanden. In einem weiteren Teil des Neubaus wurde auf einer Fläche von zusätzlichen 1.700 m² der zentrale Bürgerservice der Stadt Jena für publikumsintensive kommunale Dienstleistungen untergebracht. Mit einer Geothermieanlage wurde für den Neubau nicht zuletzt ein nachhaltiges Energiekonzept entwickelt.
Hintergründe zur EFRE-Förderung
Bereits seit vielen Jahren macht das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft von der Möglichkeit Gebrauch, europäische Fördergelder zur Aufwertung von Stadtquartieren auf der Grundlage integrierter Stadtentwicklungskonzepte einzusetzen. In der EU-Förderperiode 2014 - 2020 standen dem Ministerium EFRE-Fördermittel in Höhe von rund 205 Mio. Euro zur Unterstützung der nachhaltigen Stadtentwicklung sowie der energetischen Stadtsanierung in Thüringer Kommunen zur Verfügung. Knapp zwei Drittel davon waren für Projekte der nachhaltigen Stadtentwicklung vorgesehen.
Auch in der neuen EFRE-Förderperiode wird das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft zahlreiche Fördermaßnahmen mit Vorbildcharakter für Thüringen unterstützen. Im Rahmen der aktuellen Förderperiode 2021 - 2027 sind etwa 174 Mio. Euro Fördermittel für die nachhaltige Entwicklung der Thüringer Kommunen zu vergeben. Um die besten Vorhaben für die aktuelle Förderperiode auszuwählen, wurde vor zwei Jahren der Wettbewerb „Nachhaltige Stadtentwicklung und energetische Stadtsanierung“ initiiert. Dabei wurden über 150 Beiträge von insgesamt 48 Kommunen eingereicht, beraten und bestätigt. Im Ergebnis sind 69 Vorhaben zur Antragstellung zugelassen; 31 davon sind Vorhaben der nachhaltigen Stadtentwicklung. Somit werden ca. 84 Mio. Euro auf Stadtentwicklungsvorhaben entfallen.
Die Fördermittel werden eingesetzt, um städtische Infrastrukturen an die demografische Entwicklung anzupassen. Dazu gehören etwa Vorhaben, die die Barrierefreiheit in öffentlichen Einrichtungen erhöhen, die der Anpassung an die klimatische Entwicklung dienen, die Stadtökologie verbessern, zum Klimaschutz beitragen oder innerstädtische Brachflächen revitalisieren. Kurzum: Mit Hilfe der EFRE-Förderung werden wichtige Impulse für attraktive Lebensbedingungen in den zentralen Orten Thüringens geleistet.

