Infolge des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine haben sich die Kosten für Aquakulturbetriebe in Thüringen stark erhöht und diese teilweise in wirtschaftliche Notlage gebracht. Insbesondere die existenziell wichtigen Produktionsgrundlagen wie Strom, Kraftstoffe, Brennstoffe, Futtermittel und Sauerstoff haben sich extrem verteuert. Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft stellte 2023 für Unternehmen der Aquakultur insgesamt 200.000 Euro als Ausgleichszulage für Mehrkosten infolge des Ukraine-Krieges bereit.
„Vor allem in unseren ländlichen Räumen ist die Fischproduktion ein traditionsreicher und wichtiger Wirtschaftszweig“, betont die Ministerin.
Über die „Richtlinie über die Gewährung von Billigkeitsleistungen zum Ausgleich von Mehrkosten für Unternehmen der Aquakultur (Billigkeitsrichtlinie Aquakultur)“ konnten in Thüringen ansässige Betriebe einen teilweisen Ausgleich von Mehrkosten infolge des Ukrainekrieges beantragen. Die Mehrkosten mussten mindestens 2.000 Euro betragen.
Nur 1,2 Prozent der Thüringer Landesfläche sind von Wasser bedeckt. Dennoch hat der Freistaat eine traditionsreiche Teichwirtschaft, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Bei der Karpfenproduktion liegt Thüringen im bundesdeutschen Vergleich sogar an vierter Stelle, bei der Forellenproduktion an der fünften. Die Ministerin verweist darauf, dass die Landesregierung zudem in die Zukunftsfähigkeit der Thüringer Aquakulturen investiert: „Mit 211.000 Euro Fördermittel haben wir außerdem ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt finanziert, das einen Beitrag zum besseren Schutz von Fischen in Aquakulturen vor natürlichen Krankheitserregern leisten soll. Das Projektziel war, die Haltung und die Wirtschaftlichkeit in vergleichbaren Anlagen künftig zu optimieren. Das Vorhaben ist von landesweiter und überregionaler Bedeutung.“
Das Forschungsprojekt war eine Kooperation des Instituts für Binnenfischerei e. V. Potsdam Sacrow (IfB) mit der Themar Fischzuchtanlagen GmbH als Praxispartner. Die Erkenntnisse aus dem Ende 2023 abgeschlossenen Projekt können nun in die Praxis einfließen.
Das beigefügte Foto kann zur Berichterstattung verwendet werden. Quellenangabe: D. Santana / TMIL

