Weiterentwicklung Radroutennetz Thüringen – Konzept Alltagshauptroutennetz
Zielstellung
Es ist ein wichtiges Anliegen, den Radverkehr als umweltfreundliche und aktive Mobilitätsform zu stärken. Dafür braucht es ein gut befahrbares, dichtes Radverkehrsnetz ohne Lücken, damit Radfahren sicher und bequem ist und Spaß macht. Um diesem Ziel näher zu kommen, wurde ein baulastträgergreifendes Konzept für ein Alltagshauptroutennetz als wichtiger Teil des Radroutennetzes Thüringen entwickelt.
Gemäß dem Radverkehrskonzept 2.0 für den Freistaat Thüringen (RVK) setzt sich das Radroutennetz Thüringen aus drei Netzebenen zusammen (I – Radfernnetz, II – Radhauptrouten [IIa – touristische Radhauptrouten, IIb – alltagstaugliche Radhauptrouten], III – lokales Radnetz). Das Zielkonzept für die Netzebenen I und IIa wurde im RVK festgelegt. Die Netzebene III wird durch die Netzplanungen der Kommunen gebildet.
Für die Netzebene IIb der alltagstauglichen Radhauptrouten wurde im Projekt „Weiterentwicklung Radroutennetz Thüringen / Alltagshauptroutennetz“ ein baulastträgerübergreifendes Konzept der Verbindung der Zentralen Orte (Ober-, Mittel- und Grundzentren) erstellt. Damit liegt nunmehr für das Radroutennetz Thüringen ein vollständiges Zielkonzept vor.
Ergebnis, Beteiligung, Ausblick
Der finale Netzentwurf des Alltagshauptroutennetzes hat eine Länge von 4.165 km, wovon 177 km Varianten und 44 km Netzlücken sind. Auf der Grundlage eines im Projekt erstellten Wunschlieniennetzes, der Einbeziehung von Konzepten der Landkreise, Ober- und Mittelzentren und der Planungen der Straßenbauverwaltung wurde ein Netzentwurf entwickelt, der in einem umfangreichen Beteiligungsprozess finalisiert wurde.
Die Kommunen, insbesondere die Landkreise und Zentralen Orte, sowie Verbände haben sich in die Erarbeitung des Netzkonzeptes über ein Online-Beteiligungstool aktiv eingebracht. Dabei sind über 1.300 Hinweise eingegangen und ausgewertet worden, die sich sowohl auf den Netzentwurf für ein Alltagshauptroutennetz als auch auf das Radnetz im Radroutenplaner Thüringen bezogen.
Im Rahmen des vorliegenden Konzeptes wurden „Qualitätsstandards für die Führung des Radverkehrs in Thüringen“ (Qualitätsstandards) entwickelt. Sie umfassen verschiedene Führungsformen und deren Anwendung, sowie Aussagen zu den Abmessungen von Radverkehrsanlagen, der Knotenpunktgestaltung, dem Wechsel von Führungsformen, der Wegeoberfläche, der Wegweisung und dem Umgang mit Pollern und Umlaufsperren. Die Qualitätsstandards sollen grundsätzlich für das Radroutennetz Thüringen angewendet werden und richten sich nach den geltenden gesetzlichen Grundlagen und dem aktuellen technischen Regelwerk. Sie werden bei Bedarf fortgeschrieben bzw. ergänzt. Durch deren Anwendung soll eine einheitliche, gut und sicher befahrbare Infrastruktur im Radroutennetz Thüringen erreicht und dauerhaft gewährleistet werden.
Das Alltagshauptroutennetz besteht überwiegend aus Abschnitten, die heute schon befahrbar sind. Verbindungen, für die noch kein geeigneter Verlauf gefunden werden konnte, wurden als Netzlücken gekennzeichnet. Darüber hinaus wurde dieses Netz dahingehend untersucht, wo unter Zugrundelegung der Qualitätsstandards ein potenzieller Handlungsbedarf, z. B. für den Neu- oder Ausbau eines Radweges, besteht.
Genauso wie beim Radfernnetz und den touristischen Radhauptrouten ist das Netz der alltagstauglichen Radhauptrouten ein Konzept, das durch den Freistaat und die Kommunen weiterentwickelt und optimiert werden kann und soll.
Das Alltagshauptroutennetz wurde baulastträgerübergreifend konzipiert. Daraus ergibt sich ein gemeinsamer Handlungsauftrag für den Freistaat und die Kommunen, in den nächsten Jahren den ermittelten potenziellen Handlungsbedarf zu bearbeiten und bestehende Netzlücken im Alltagshauptroutennetz möglichst zu schließen. Durchgängig befahrbare Abschnitte werden in den Radroutenplaner Thüringen aufgenommen.
Den Kommunen wird empfohlen, die alltagstauglichen Radhauptrouten in ihre Netzplanungen zu integrieren, wie es bereits für das Radfernnetz und die touristischen Radhauptrouten geschieht. Die Kommunen priorisieren und planen die Maßnahmen für die Verbesserung des Radroutennetzes Thüringen in ihrer Baulast in eigener Verantwortung im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung. Der Freistaat wird die Kommunen weiterhin mit Bundes- und Landesmitteln unterstützen. Die Kommunen können im Rahmen der Anmeldung für eine Förderung Prioritäten zugunsten von Maßnahmen im Alltagshauptroutennetz setzen.
Die Straßenbauverwaltung wird im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Bau von straßenbegleitenden Radwegen an Bundes- und Landesstraßen fortsetzen und dabei in Abstimmung mit den Landkreisen und kreisfreien Städten Projekte im Netz der alltagstauglichen Radhauptrouten möglichst priorisieren.
Download
Alltagshauptroutennetz - Berichte
- Radroutennetz Thüringen - Netz der alltagstauglichen Radhauptrouten - Kurzfassung (Datei barrierefrei)
- Radroutennetz Thüringen - Netz der alltagstauglichen Radhauptrouten - Methodisches Vorgehen (Datei barrierefrei)
- Radroutennetz Thüringen - Qualitätsstandards für die Führung des Radverkehrs in Thüringen (Datei barrierefrei)
Alltagshauptroutennetz (AHRN) - Übersichtskarten
- Radverkehrskonzept 2.0 für den Freistaat Thüringen Zielkonzept Radroutennetz Thüringen – Alltagstaugliche Radhauptrouten
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