HEIMAT:Thüringen! – Thüringer Demografiepreis
Der demografische Wandel prägt entscheidend die Entwicklung unseres Landes, denn er tangiert alle gesellschaftlichen Bereiche. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die mit dem demografischen Wandel verbundenen Herausforderungen und Chancen zu erkennen und wahrzunehmen.
„Heute schon an morgen denken“ ist das Credo vieler Bürger sowie zahlreicher Vereine, Verbände und Organisationen Thüringens. Daraus entstanden in den letzten Jahren zahlreiche nachhaltige und zukunftsweisenden Projekte, Initiativen, Ideen und Konzepte.
Mit dem „Thüringer Demografiepreis 2026“ des Thüringer Ministeriums für Digitales und Infrastruktur (TMDI) unter dem Motto „HEIMAT:Thüringen!“ werden herausragende Projekte ausgezeichnet, die dazu beitragen, die Folgen des demografischen Wandels im Freistaat positiv zu gestalten.
Häufig gestellte Fragen
Download (Auslobungstext, Bewerbungsbogen)
Einzureichende Projekte müssen inhaltlich mindestens einen der folgenden Themenbereiche berücksichtigen:
Heimat:Gestalten!
Digitale Teilhabe
Digitale Medien haben Einzug in das tägliche Leben gehalten. Die digitalen Möglichkeiten bieten die Chance, Benachteiligungen aufgrund des Wohnorts oder der finanziellen Situation zu verringern.
Die Digitalisierung kann ein wichtiger Baustein sein, um neue Ideen auf lokaler Ebene anzuregen. In dieser Kategorie sollen Projekte ausgezeichnet werden, die u. a. in ländlichen Gebieten durch digitale Angebote die Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben stärken oder bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen unterstützen.

Heimat:Stärken!
Stärkung der Daseinsvorsorge
Die Auswirkungen des demografischen Wandels können sich in Stadt und Land unterschiedlich bemerkbar machen. Unabhängig davon geht es stets darum, das Leben vor Ort zukunftssicher zu gestalten. Diese Kategorie umfasst alle Projekte mit den Schwerpunkten Gesundheit und Pflege, Mobilität, Wohnen sowie Daseinsvorsorge.

Heimat:Leben!
Gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern
Starke und tragfähige Strukturen sind Voraussetzung für eine hohe Lebensqualität in den Kommunen.
In dieser Kategorie werden Projekte prämiert, die die Heimat stärken, indem sie die Lebensqualität vor Ort erhalten und steigern, das
gesellschaftliche Miteinander fördern, Teilhabe ermöglichen, Stadt- und Gemeindeentwicklung unterstützen, interkommunale wie interaktive Kooperationen aufbauen sowie sich für den Erhalt von Kultur und Tradition einsetzen.

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Teilnahmebedingungen, Formulare, Datenschutz, ...
Sieger des Thüringer Demografiepreises 2025
Im Online-Voting setzten sich das „Aktionsbündnis Gera gegen Rechts“, der Dorfladen Judenbach sowie das „Jesus-Projekt Erfurt e. V.“ durch. „Die drei Siegerprojekte des Thüringer Demografiepreises 2025 repräsentieren die inhaltliche Vielfalt demografischer Aspekte in unserem Freistaat. Themen wie Weltoffenheit, Sicherung der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen sowie soziale Teilhabe für alle sind von zentraler Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Land. Die prämierten Projekte zeigen beispielhaft wie zumeist ehrenamtliche Initiativen ein Thüringen gestalten, in dem wir auch in Zukunft gut und gerne leben“, sagt Minister Steffen Schütz anlässlich des Abschlusses des Wettbewerbs um den Thüringer Demografiepreis 2025.
Die drei Siegerprojekte des Thüringer Demografiepreises 2025 erhielten Prämien von insgesamt 30.000 Euro für ihre Projektarbeit.
Projekt: Gutes für Gera
1. Platz
Idee und Zielsetzung
Seit Mitte 2024 setzt das Aktionsbündnis Gera gegen Rechts mit der Montagsreihe „Gutes für Gera“ ein kraftvolles Zeichen für Demokratie und Zusammenhalt. Der Theatervorplatz wird jeden(!) Montag zu einem Ort der Begegnung, an dem wir gemeinsam zeigen: Gera steht für Vielfalt und nicht für Hetze. Während rechte Gruppen versuchen, das Stadtbild negativ zu beeinflussen, setzen wir auf Kreativität, Lautstärke und Herzlichkeit.
Unsere Aktionen sind so vielfältig wie Gera selbst: Von Mitmachaktionen über Kulturformate bis hin zur politischen Bildung – der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt. Ziel ist es, mit Herz und klarer Haltung zu verdeutlichen, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist. Sie lebt vom Engagement aller. „Gutes für Gera“ ist mehr als eine Veranstaltungsreihe oder Protest; es ist ein lebendiges Bekenntnis zu Toleranz und Solidarität.
Räumlicher Wirkungskreis des Projekts
Zivilgesellschaft aus Gera und dem Umland Geras
Träger:in des Projekts
Aktionsbündnis Gera gegen Rechts in Kooperation der OG Gera der Initiative
Projekt: Liefermarkt Sonneberg - Nahversorgung neu gedacht
2. Platz
Idee und Zielsetzung
Der Dorfladen in Judenbach wurde 2023 als klassischer Dorfladen gegründet. Schnell zeigte sich jedoch, dass er dem Wettbewerbsdruck großer Discounter so nicht standhalten konnte. Daher wurden neue Wege eingeschlagen. Als erster vollwertiger 24h-Supermarkt der Region hat sich der Laden bereits einen Namen gemacht. Zugleich rückten die Bedürfnisse von Seniorinnen, Senioren und nicht mobilen Menschen immer stärker in den Fokus. Daraus entstand 2024 der „Liefermarkt Sonneberg – der liefernde Supermarkt“. Heute werden mit dem Dorfladen die Menschen vor Ort, mit dem 24h-Supermarkt vor allem Schichtarbeitende und mit dem Liefermarkt gezielt ältere Menschen bedient. Das Ziel ist eine moderne, inklusive Nahversorgung, die allen Menschen Zugang zu Lebensmitteln ermöglicht.
Räumlicher Wirkungskreis des Projekts
Landkreis Sonneberg
Träger:in des Projekts
Dorfladen Judenbach
Projekt: Alle an einem Tisch
3. Platz
Idee und Zielsetzung
Mit unserem Begegnungscafé wollen wir einen Treffpunkt unmittelbar im Plattenbaugebiet Roter Berg schaffen. Es soll ein Wohlfühlort sein, der allen Anwohner*innen (Rentner*innen, Studierende, Familien, Menschen mit Migrationsbiografie...) zur Verfügung steht. Dadurch, dass unter der Woche Kaffeevariationen und drei Mal wöchentlich Mittagessen auf Spendenbasis angeboten werden, ist es ein niedrigschwelliges Angebot, das niemanden ausgrenzt. Die unterschiedlichsten Menschen, die sich sonst nur kurz im Treppenhaus, in der Bahn oder gar nicht begegnen würden, sollen hier an einem Tisch sitzen und ins Gespräch kommen. Perspektivisch sollen sich daraus tragfähige Beziehungen zwischen den Anwohner*innen entwickeln, die dazu beitragen, dass Vorurteile abgebaut und nachbarschaftliche Beziehungen gestärkt werden können. Dadurch verbessert sich die Lebensqualität und Atmosphäre am Roten Berg.
Räumlicher Wirkungskreis des Projekts
Erfurt - Roter Berg
Träger:in des Projekts
Jesus-Projekt Erfurt e.V.
Rückblick: Thüringer Demografiepreis 2024
Insgesamt 29 Projekte hatten sich für den Thüringer Demografiepreis „HEIMAT:Thüringen!“ 2024 beworben. Von diesen Projekten wurden 12 für das öffentliche Online-Voting zugelassen. Im Juni 2024 wurden die Siegerprojekte des Wettbewerbs ermittelt.
Die meisten Stimmen erhielt die Stadt- und Regionalbibliothek Gera für ihr Projekt „Digitaler Dienstag“ gefolgt vom Förderverein der Regelschule Bad Köstritz e. V. und dem Verein Freunde der Kirche Flurstedt e. V.
Der Sonderpreis des Ministeriums ging an die Familieninitiative Granzow für ihr „Paradies der Sinne“. Das Projekt bietet Menschen mit Behinderungen verschiedene Mitmach-Möglichkeiten. Es fördert das soziale und gesellschaftliche Miteinander, ermöglicht Teilhabe am „Leben nach dem Normalitätsprinzip“ und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Thüringer Demografiepreis - Projekte und Gewinner
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